Schneckentempo an der Kreisgrenze PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frank -Schorsch - Hackel   
Sonntag, 30. Mai 2010 um 17:12
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Schneckentempo an der Kreisgrenze

29.05.2010 - GRÄVENWIESBACH

Schlaglöcher: Kreisstraße für Zweiräder gesperrt

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(anr). Seit Donnerstagmorgen reiben sich Verkehrsteilnehmer, die auf der Kreisstraße 367 von Grävenwiesbach in Richtung Hasselborn (Lahn-Dill-Kreis) fahren wollen, verwundert die Augen, denn am Ortsausgang von Grävenwiesbach prangen neue Verkehrsschilder: Die Geschwindigkeit ist exakt bis zur Kreisgrenze auf 30 km/h begrenzt und darüber hinaus ist die Durchfahrt für Fahrrad- und Motorradfahrer komplett gesperrt.

Das bringt das Grävenwiesbacher SPD-Kreistagsmitglied Werner Knörr auf die Palme. Er fordert von den zuständigen Vertretern des Hochtaunuskreises die Aufhebung dieser Sperrung. Als Anwohner der Hasselborner Straße (der K 367), aber vor allem auch als Mitglied im Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss des Kreistages kritisiert Knörr schon seit Jahren, dass der benachbarte Lahn-Dill-Kreis seinen Straßenteil der K 367 nach Hasselborn schon vor über fünf Jahren einwandfrei ausgebaut habe in der Erwartung, dass der Nachbar Hochtaunuskreis mitziehe und die gesamte Straße in einen ordentlichen Zustand versetzt werde. Bereits im Haushalt des Jahres 2004 habe der Hochtaunuskreis für 2007 Planungskosten in Höhe von 100000 Euro und für 2008 Ausbaukosten in Höhe von 620000 Euro eingestellt und in 2008 öffentlich den Ausbau der K 367 für 2009 angekündigt. In der Prioritätenliste der Kreisstraßenbaumaßnahmen für 2008 bis 2012 sei die K 367 mit Gesamtkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro bereits 2007 aufgenommen worden. Knörr selbst habe auf seine Anfrage im Kreis am 25. Juni 2009 zur Antwort erhalten, dass die Umsetzung des Projektes 2011 erfolgen solle: „Seit dem ist nichts mehr geschehen und im Haushalt 2010 stehen gar keine Mittel für die K 367 mehr drin. Wird die Straße nach dem Winter 2010/2011 dann ganz gesperrt?“

Denn Ursache für die Sperrung und das Tempolimit sind ohne Zweifel massive Straßenschäden in Form von Schlaglöchern, Rillen und Unebenheiten. „Werden wir hier an der Kreisgrenze hängen gelassen?“, fragt Knörr unter Anspielung auf die früheren Zonenrandgebiete auch als Radfahrbeauftragter der Gemeinde. Im Kreis werde offensichtlich nicht gesehen, welche touristische Bedeutung gerade die Straße nach Hasselborn für Radfahrer habe („Viele kommen aus der Wetterau über diese Nebenstrecke hierüber“).

Als Lösung fordert der Kreispolitiker die Vorfinanzierung der gesamten Ausbaukosten durch den Kreis selbst, wie es bei anderen Projekten auch gemacht werde, und fordert auch Unterstützung seitens seiner Grävenwiesbacher Kreistagskollegen: „Jetzt muss unverzüglich etwas passieren, damit der einzige Radweg nach Hasselborn nicht auf Dauer zugemacht wird.“

Bernd Gebauer von der zuständigen Verkehrsbehörde des Hochtaunuskreises erklärte auf Nachfrage des Usinger Anzeigers, dass die Sperrung und das neuerliche Tempolimit (bereits

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2008 wurde auf 60 km/h reduziert) auf Initiative der Straßenmeisterei Usingen zustande gekommen sei, nachdem eine Besichtigung am 29. März 2010 die extreme Verschlechterung der Straße nach dem Winter gezeigt habe. Darüber hinaus sei man durch ein Urteil des OLG Frankfurt, in dem die Straßenbehörde nach einem tödlichen Verkehrsunfall aufgrund von Straßenschäden die Straßenbehörde in Haftung genommen worden sei, weil sie lediglich Warnschilder aufgestellt habe, zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen worden. Hinsichtlich des Verfahrens zum Ausbau der Straße fehle es noch an den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange: „Aufgrund dieses Urteils werden noch einige Straßen von solchen Maßnahmen betroffen sein.“ Eine Beschleunigung des Verfahrens ergebe sich auch nicht, weil die Gemeinde Grävenwiesbach dem Ausbau der Kreisstraße von Grävenwiesbach nach Hundstadt und von Hundstadt nach Wilhelmsdorf Priorität einräume.

29.05.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Und wieder ein Problem gelöst?

Es ist ja so einfach, die Instandsetzung der Verkehrswege wird jahrelang "verschlafen", die Strassen werden schlechter und somit auch mehr zu einem Gefährdungspotential und an Stelle der notwendigen Instandsetzung wird erstmal die Geschwindigkeit begrenzt. Und danach kommt wie geschehen die Streckensperrung für alle Zweiräder - toll. Auf anderen Strecken wird alternativ Tempo 30 für Motorräder ausgewiesen, und die PKW-Fahrer dürfen Dich dann mit 80 km/h auf schlechter Fahrbahn beim überholen schneiden. Aber es ist halt so, die Steueraufkommen der Verkehrsteilnehmer dienen ja schon lange nicht mehr dem eigentlichen Zweck, aber wenn schon der Hochtaunuskreis mit einem der höchsten Prokopfeinkommen in Deutschland nicht in der Lage ist seine Infrastruktur instand zu halten, dann "Gute Nacht Deutschland". Aber Moment - vielleicht bringt ja eine genau geplante Überwachung der gesperrten Strecke mit den damit verbundenen Einnahmen wegen verbotener Durchfahrt das nötige Geld ein, natürlich vorausgesetzt das die Kosten der Überwachung nicht zu hoch sind.


Quelle : Usinger Anzeiger

 

 

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