Auffrischungskurs Zeitungsartikel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frank -Schorsch - Hackel   
Freitag, 08. April 2011 um 13:32

Auf jeden Fall den Opfern helfen

Biker-Union veranstaltet Auffrischungskurs für Sofortmaßnahmen am Unfallort

Wie soll man ein Unfallopfer lagern? Wie kann man einem verletzten Biker den Helm abnehmen? Was muss man beim Anlegen eines Verbandes beachten? Mit solchen Fragen beschäftigte sich ein Auffrischungskurs für Sofortmaßnahmen am Unfallort, zu dem die Biker-Union in Grävenwiesbach eingeladen hatte.

Grävenwiesbach. Yvonne Guß-Streit und Thorsten Kimmich zeigen, wie man einen Verletzten richtig lagert.	Foto: nakYvonne Guß-Streit und Thorsten Kimmich zeigen, wie man einen Verletzten richtig lagert. Foto: nakDen Fahrtwind spüren, Sonnenstrahlen tanken, die Natur mit allen Sinnen genießen, das alles geht beim Motorradfahren. Ganz ungefährlich ist der Trip auf zwei Rädern jedoch nicht: Bei einem Unfall werden Biker häufig verletzt, denn anders als beim Auto gibt es beim Motorrad keine Knautschzone.

In solchen Fällen sind die Biker meist auf Hilfe angewiesen. Doch die lässt oft auf sich warten. Viele Autofahrer und Biker trauen sich nämlich nicht, dem Unfallopfer beizustehen, weil sie das, was sie einst im Erste-Hilfe-Kurs für die Führerscheinprüfung gelernt hatten, längst vergessen haben.

Zu einer Veranstaltung, bei der man seine Kenntnisse über Sofortmaßnahmen bei einem Verkehrsunfall auffrischen konnte, lud am Samstagnachmittag der Biker-Union-Stammtisch Grävenwiesbach, für den Björn Proksch verantwortlich ist, in den Gasthof «Zur Eisenbahn» ein. Yvonne Guß-Streit und Thorsten Kimmich – beide beim DRK Neu-Anspach tätig – erklärten den Teilnehmern, was bei der Unfallhilfe zu beachten ist.

«Oberstes Gebot ist es, zunächst an die Gefährdung durch den Straßenverkehr zu denken und die Unfallstelle abzusichern», sagte Guß-Streit. Danach sollte unbedingt festgestellt werden, ob die Unfallopfer bei Bewusstsein sind. «Reden Sie die Betroffenen erst leiser, dann lauter an. Reagieren sie nicht, muss man sie anfassen, um festzustellen, ob sie die Außenwelt überhaupt noch wahrnehmen», fuhr die Referentin fort. Wichtig sei es ferner, die Verletzten nicht von hinten, sondern von Angesicht zu Angesicht anzusprechen. Das Kopfwenden eines Verletzten könnte nämlich unter Umständen tödlich sein, fügte sie hinzu.

Muss man den Helm eines bewusstlosen oder über Übelkeit klagenden Bikers abnehmen? «Ja, auf jeden Fall, aber man sollte das möglichst nicht alleine tun, sondern zusammen mit einer anderen Person», empfahl die Referentin und demonstrierte den Teilnehmern zugleich, wie man dabei vorgeht. Weiterhin zeigte sie zusammen mit Thorsten Kimmich den Anwesenden, wie man Verletzte in die stabile Seitenlage bringt und Verbände anlegt.

Sofort sollten nach einem Unfall die Rettungskräfte verständigt werden. «Wichtig ist dabei, dass man präzise Angaben zu Unfallort, Unfallhergang, Zahl der Verletzten und Art der Verletzungen macht, Auskunft darüber gibt, ob die Unfallopfer noch bei Bewusstsein sind, alle Rückfragen beantwortet und vor Ort wartet, bis die Einsatzkräfte eingetroffen sind», sagte sie.

Viele interessante Informationen und Tipps erhielten die Teilnehmer bei der Veranstaltung. Doch was ist, wenn man die im Ernstfall nicht mehr parat hat? «Aus Angst, etwas falsch zu machen, verzichten viele Menschen auf die Hilfeleistung. Es gibt aber nichts Schlimmeres, als passiv zu bleiben», erklärte die Referentin und hatte für die vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Auffrischungskurses auch gleich eine beruhigende Nachricht parat: «Das, was Ersthelfer in solchen Situationen aus dem Bauch heraus tun, ist oft auch medizinisch vollkommen richtig.»nak (nak)

 

Quelle : Taunus Zeitung

 

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